19 Oct 2009

99 konsumieren, einer produziert {via wirtschaftsblatt.at}

Über eine Million Österreicher sind auf FaceBook registriert. Und sie wollen konsumieren. Ibrahim Evsan warnt: „Die große Masse nicht selbst Inhalte produzieren, die wollen konsumieren.“

Rund 200 Besucher tummelten sich vergangenen Samstag am Digiday 09 im Museumsquartier. Die Liebe zur modernen Informationsgesellschaft sieht man ihnen an: In der Pause zwischen den Vorträgen werden Laptop und Smartphone gezückt, um schnell Emails zu lesen oder zu twittern – alles, was mit dem Zusatz „#ddv09“ über Twitter veröffentlicht wird, erscheint auf Video-Leinwänden. Nach den Vorträgen werden nicht nur regulär Fragen gestellt; der Moderator weiht den Redner auch ein, was die Community live im Netz von seinem Vortrag hielt. Die Welt ist digital.


Ziel der Veranstaltung ist, die meist jüngere Generation aus Bloggern und Twitterern – die Digital Natives – mit der älteren Generation zu vereinen. Entsprechend werden die Vorträge inhaltlich auf der Oberfläche gehalten. Denn hier finden sich auch Kleinstbetriebe, die den ersten Schritt ins Web erst wagen wollen.


Mitten drin: Ibrahim Evsan, Gründer der Agentur Sevenload und Vortragender der Eröffnungsrede. Bei aller Euphorie bemängelt er, dass der jüngeren Generation der Blick für das große Ganze fehlt – denn dieses Bild ist nicht unbedingt positiv. Die Sucht nach Online-Spielen wie „World of Warcraft“ ist mittlerweile ein ernstzunehmendes gesellschaftliches Phänomen; und das Klicken durch FaceBook-Seiten verdrängt vermehrt das Zappen durch TV-Kanäle. „Da kommen soziale Probleme auf uns zu“, sagt Evsan.

Massenmedium Web
Dass das Web 2.0 inzwischen ein Massenmedium geworden ist, dürfte auch niemand mehr bezweifeln. Laut Martin-Hannes Giesswein, Head of Retail bei Nokia, sind bereits eine Million Österreicher auf FaceBook registriert; 17 Prozent der verkauften Handys sind internetfähig. Diese Masse ist anders als jene Early Adopter, die zu Beginn das Web 2.0 bevölkerten: Sie wollen nicht mehr selbst produzieren, sondern Inhalte nur noch passiv konsumieren. Evsan nennt das die 99:1-Regel: 99 Menschen konsumieren, einer produziert – und dieser Produzent sollte das verkaufende Unternehmen sein.

Und hier ist die Goldgräber-Stimmung vorbei: „Es reicht nicht, eine einzelne Fan-Seite auf FaceBook zu stellen“, sagt Evsan. Punkten kann nur, wer seine Web 2.0-Strategie auf allen Plattformen durchsetzt; Agenturen müssen sich für jede Kampagne etwas Neues überleben. Evsan: „Einzigartigkeit ist nunmal nicht wiederholbar.“

19 Oct 2009

Online-Unwissen "wie Analphabetismus" « DiePresse.com « Digiday09

19.10.2009 | 11:19 |  Daniel Breuss (DiePresse.com)

Experten diskutierten in Wien über die Zukunft des Web 2.0, die Gefahr einer neuen Zweiklassengesellschaft und warum Europa die Entwicklung komplett verschlafen hat. Gleichzeitig wurden neue Innovationen präsentiert.

Twitter in Europa unmöglich

Eröffnungsredner Ibrahim Evsan, Gründer des Videoportals sevenload, zeichnete ein düsteres Bild der Online-Entwicklung für Europa ab. Einige wenige "digitale Supermächte" wie Google, Microsoft oder Facebook würden den Markt von den USA aus beherrschen, während Europa "komplett verschlafen" hat. Den Grund sieht er in einer feigen Investitionspolitik, sowohl bei privaten als auch staatlichen Kapitalgebern. In Deutschland würde niemand 100 Millionen in einen Dienst investieren, wo Menschen nur mitteilen, was sie gerade denken, skizziert Evsan. Seiner Meinung nach hätte Twitter in Europa nie entstehen können.

Entwickler in die Chefetage

Gleichermaßen sind für ihn Softwareentwickler unterrepräsentiert. "Die sollten nicht im Keller, sondern in der Chefetage sitzen," ereifert sich der Sevenload-Gründer. Ohne den Code, den diese neuen Kreativen entwerfen, wäre das ganze Web 2.0 nicht möglich. Diesem Umstand sollte besonders in Europa mehr Rechnung getragen werden. Problematisch ist aber, dass sowohl in den Managementebenen als auch in der Politik "voll die Offliner" sitzen. Besonders letztere hätten oft keine Ahnung von der Materie, was sich grade am Beispiel des Internetsperren-Gesetzes offenbaren würde. "Natürlich muss der Schund raus," sagt Evsan in Bezug auf die Kinderpornos, gegen die die Sperren gerichtet sind. Die Methode sei aber falsch und komplett an der Realität vorbei.

Aufklärung gegen Fortschritt

Sicherheit und Verständnis der neuen Technologien wird in Zukunft noch wichtiger. Zumindest darin sind sich alle Vortragenden auf dem Digiday09 einig gewesen. Obwohl die online-Affinität auch in Österreich immer stärker zunimmt, wird auch weiterhin ein großer Bedarf an Aufklärung bestehen. Auch daran hat Eröffnungsredner Evsan etwas auszusetzen: "In Europa sind wir erst bei der Aufklärung. Die USA reden bereits über den Fortschritt."

...

Weiterlesen: http://diepresse.com/home/techscience/internet/516042

Ibrahim Evsan's Posterous

Mein Name ist Ibo. Zur Zeit arbeite ich mit meinem Team an: www.fliplife.com - Hier poste ist meine Fundstücke aus dem Netz.

Weitere Informationen:
www.facebook.com/evsan
http://bit.ly/google_ibo

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